Wehrgeschichte

1960
Bei der Innenbehörde wurde der Landesaufstellungsstab für den Luftschutzhilfsdienst (LSHD) gegründet. An der THW-Landesschule fand der 1. Lehrgang für Ausbilder des Fernmeldedienstes statt.

1961
Mit Hilfe der Polizei fand in der Polizeiunterkunft Alsterdorf die Ausbildung der ersten freiwilligen Helfer im Sprechfunk- und Fernsprechbau statt. Der Bund lieferte als Einsatzfahrzeuge Funkkommandowagen (DKW Munga), Lade-und Instandsetzungskraftwagen, Fernsprechkraftwagen und Funkkraftwagen der Marke Borgward aus.

1962
Einsatz bei der Flutkatastrophe mit 7 Funkkommandowagen (FuKoW) im Schadensgebiet und 1 Funkgruppe am Bismarkdenkmal, wo eine Einsatzleitung aufgebaut wurde. Eingesetzt waren je 10 Vollausgebildete und 10 teilausgebildetet Helfer. Die Ausbildung wurde an der Feuerwache Admiralitätsstraße (heute F11) weitergeführt. Verstärkte Aufnahmen in die Fernmeldezüge ermöglichten 2 weitere Lehrgänge im Jahre zu je 25 Teilnehmern. Ein Lehrgang dauerte 14 Tage über Sonderurlaubsregelungen, ein weiterer 7 Wochenenden jeweils den ganzen Sonnabend und Sonntag. Alle Ausbilder waren ehrenamtliche Kräfte. Ende des Jahres erfolgte die Aufstellung zweier Vollausgebildeter und Vollausgerüsteter Fernmeldezüge.

1963
Im April wurde die Ausbildung durch zwei hauptamtliche Kräfte zur Unterstützung der ehrenamtlichen Ausbilder weiter gesteigert. Es fanden 2 Fernsprechlehrgänge á 100 Std. und 2 Sprechfunklehrgänge á 100 Std. statt. Nach der Aufstellung weiterer Fernmeldezüge wurden diese auf die 8 Luftschutzbezirke (7 Bezirksämter+Hafen) verteilt. Die Fahrzeugfarbe war khakigrau (RAL 7008). Mit den blau-gelben ZB-Abzeichen (ab 1966 ZS-) waren die Fahrzeuge deutlich als Zivilschutzfahrzeuge gekennzeichnet.

1964
4 Fernmeldezüge nahmen am 775. Hafengeburtstag im Rahmen von Kommunikationsaufgaben teil. Die Ausbildung ging weiter.

1965
Die Lehrgruppe Fernmeldedienst des LSHD zog in die Bahrenfelder Straße um. Unter Beteiligung aller Hamburger Fernmeldezüge fand die Großübung "Herbstwind" statt und verlief erfolgreich.

1966
Großübung mit Biwak in Fünfhausen, Dauer 1 Woche. Es waren ständig zwei Fernmeldezüge eingesetzt.

1969
Der Aufstellungsstab des LSHD in Hamburg wurde aufgelöst. Nun hingen die Einheiten in der Luft. Viele Helfer verließen den Luftschutzhilfsdienst.
Anmerkung: Der Zivile Bevölkerungsschutz ZB war keine Organisation, sondern lediglich der alte Name für den heutigen Begriff Zivilschutz=ZS. Die größte Organisation im ZB bzw. ZS war der ehemalige LSHD (1957-1972)

1971
Neuordnung des Katastrophenschutzes (KatS) - der sog. erweiterte Katastrophenschutz in Bund und Ländern entstand. In Hamburg lag die Federführung bei der Feuerwehr. Die Fernmeldezüge hatten die Wahl sich aufzulösen oder sich dem THW (Technisches Hilfswerk - Bundesanstalt), dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz) oder der Feuerwehr anzuschließen. Die mittlerweile 8 Hamburger Fernmeldezüge gingen geschlossen zur Feuerwehr Hamburg und gründen ....

1972
.... Freiwillige Feuerwehren, nämlich im Direktionsbereich West die FF Mitte, FF Berliner Tor, FF Altona, FF Eimsbüttel und die FF Nord, im Direktionsbereich Ost die FF Wandsbek und die FF Bille und im Direktionsbereich Süd die FF Harburg. Nach der Feuerwehr-Grundausbildung sind die Einsatzaufgaben: Verstärkung der Feuerwehreinsatzzentrale bei Ausnahmezuständen, Hochwasser und Katastrophenalarm, Besetzen der Fernmeldezentralen in den Direktionen bei Ausnahmezustand und Katastrophenalarm und Besetzung des Befehlswagen der Berufsfeuerwehr ab 3.Alarm. Dies geschah ab 1977 in einem monatlich wechselnden Turnus. Die Wehren wurden dazu mit Funkmeldeempfängern vom Type Telefunken Telesignal B für die Alarmierung ausgestattet.

1975-1978
Einsätze bei der Waldbrandkatastrophe in Niedersachsen 1975, bei dem Hochwasser 1976, beim Elbe-Seiten-Kanal

1978
Der 1961 gelieferte Funkkommandowagen DKW wurde ausgemustert und durch einen VW-Bus Funkkraftwagen (FuKw) in der neuen Fachdienstfarbe rein-orange ersetzt.

1982
3 Neufahrzeuge des Bundes für die Fernsprechbautrupps und die Instandsetzung wurden ausgegeben; die Borgward-Kfz durch Mercedes 407D ersetzt.

1985
Als letztes Neufahrzeug lieferte der Bund als Ersatz für die Funkgruppen auf Borgward-Chassis Funkkraftwagen (FuKw) auf Ford Transit Basis aus. Somit verfügte die FF Altona über je 2 Fernsprechkraftwagen, 2 Funkkraftwagen und 1 Geräte- und Betriebskraftwagen sowie über ein Mindestpersonal von 25 Mann, d.h. 1 Wehrführer/Zugführer, 1 Wehrführer-Vertreter, 3 Gruppenführer, 1 Gerätewart/Schirrmeister und 19 Feuerwehrmänner.

1990
Nach der "Wende" (Deutsche Einheit) organisierte der Bund als Träger des erweiterten Katastrophenschutzes wegen Fortfall der Bedrohung bzw. des Verteidigungsfalles den KatS total um. Verschiedene Fachdienste des KatS wurden aufgelöst, so auch der Fernmeldedienst in seiner bisherigen Form. Es trat ein vergleichbarer Zustand zu 1969 ein. Der Bund übertrug die Katastrophenschutz-Kompetenz komplett auf die Länder und stellte lediglich noch eine geringe Fahrzeuganzahl und finanzielle Mittel zur Verfügung.

1991
Da alle sogenannten Fernmelder der FF Altona auch als Feuerwehrleute (Truppmannausbildung) ausgebildet wurden und auf die ausgebildeten "alten" Fernmelder mit ihren Fachkenntnissen in den vorgenannten Einsatzberichten nicht verzichtet werden sollte, wurden die Fernmeldezüge durch die Berufsfeuerwehr Hamburg nach Absprache mit der Führung der Freiwilligen Feuerwehr Hamburgs in Freiwillige Feuerwehren mit der Fachkomponente Brandschutz und der Sonderkomponente Kommunikation umgebildet. Eine umfangreiche Neuausbildung für den Brandschutz, insbesondere für die Führungskräfte der Wehr, setzte ein. Als Fahrzeugausstattung erhielt die FF Altona: Ein Löschfahrzeug LF16 TS, Magirus 170 D 11, einen Mannschaftskraftwagen MKW, Mercedes 911, einen Fernsprechkraftwagen FeKw, Mercedes 407D und einen Funkkraftwagen FuKw, Ford Transit. Die restlichen bisherigen Kfz. wurden abgezogen.

1992
Das Einsatzspektrum änderte sich, da mit der neuen Ausstattung nunmehr auch Einsatzarten wie "Wasser im Keller", "Baum auf Straße" oder "Brandschutzverstärkung" abgearbeitet werden konnte. Das Konzept für die Besetzung des Befehlswagens der Berufsfeuerwehr änderte sich, sodaß die FF Altona nunmehr allein rund um die Uhr für die Besetzung des Befehlswagens in der Branddirektion West zuständig war und ist. Die Einsatzzahlen stiegen ständig an.

1993
Die FF Altona wurde als eine der ersten Wehren mit den neuen digitalen Funkmeldeempfängern -DME- ausgerüstet. Der Mannschaftskraftwagen MKW wurde abgezogen. Die Brandschutzausbildung der Wehrmitglieder ist weitestgehend abgeschlossen. Da nicht alle der ehem. Fernmeldezüge das neue Konzept (Fahrzeugbestand, Ausbildung, Aufgaben) mittrugen, lösten sich die FF Mitte und Nord auf, die FF Wandsbek wurde als FF Wandsbek-Marienthal neugegründet und erhielt ein anderes Einsatzgebiet.

1995
Auch der Funkkraftwagen und der Fernsprechkraftwagen wurde abgezogen. Aus dem Fernsprechkraftwagen entstand, als völlige Neukonstruktion der Gerätewagen-Fernmeldeausstattung. Der Umbau wurde in eigener Regie von den Wehrmitgliedern der FF Altona durchgeführt. Das Fahrzeug diente als Prototyp und wurde von den anderen Hamburger Wehren mit der Sonderkomponente Kommunikation entsprechend nachgebaut. Dieses Fahrzeug wurde bei den Einsätzen zur Befehlswagen-Besetzung zuerst eingesetzt.

1996
Seit mehreren Jahren wird ein Ausbildungdienst im monatlichen Rhythmus an der Berufsfeuerwache Altona (F 12) durchgeführt. Damit konnte die Ausbildung der FF Altona weiter intensiviert und ausgebaut werden. Die Einsatzzahlen nahmen in allen Bereichen (Befehlswagen und Brandschutz) weiter zu.

1997
Zum Jahreswechsel fuhr die FF Altona in der Zeit von 18:00 - 03:00 Uhr 13 Einsätze. Die Wehr besteht zum aktullen Zeitpunkt (5/97) aus: 20 Mann in der Einsatzabteilung, 5 Mann in der Reserveabteilung, ein Mann in der Ehrenabteilung und verfügt - wie die meisten der Hamburger Freiwilligen Feuerwehren - über 2 Einsatzfahrzeuge.

1998
Durch die Änderung der Fahrzeugkonzepte und Hinzukommen neuer Aufgaben erhält die FF Altona als Ersatz für das nicht wasserführende LF 16-TS ein LF 16 Typ Hansa sowie für den neu hinzugekommenen Aufgabenbereich AC-Spüren und Messen einen AC-Erkundungskraftwagen.

 

2006

Einzug ins neue Feuerwehrhaus. Erstmals verfügt die FF Altona somit über ein eigenes Feuerwehrhaus in ihrem Einsatzgebiet.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Altona erhält als Ersatz für eine LF 16 HANSA eine LF 16 Katastrophenschutz (KatS), welches sowohl für Alltagseinsätze und außergewöhnliche Sonderlagen wie Unwetter und Großschadenslagen ausgestattet ist.

 

2008

Die FF Altona erhält als Ersatz für den alten Gerätewagen Fernmeldeausstattung einen neuen Gerätewagen, der weitgehend baugleich mit einem Führungs- und Kommunikationskraftwagen des Technischen Hilfswerkes ist. Technisch kann diese Neuanschaffung als Quantensprung bezeichnet werden.

 

2011

Gründung der Jugendfeuerwehr Altona

 

2014

Sowohl die Jugendfeuerwehr als auch Einsatzabteilung sind zutiefst bestürzt, dass ein neu aufgenommenes Mitglied der Jugendfeuerwehr für ein Feuer in der Eimsbütteler Straße verantwortlich ist. Bei dem Brand kamen eine Frau und ihre beiden Söhne ums Leben.

 

2015

Andreas Hesse, der seit 1989 Wehrführer unserer Wehr war, übergibt sein Amt an Kai-Uwe Küstner. Das neue Feuerwehrhaus, Gründung der Jugendfeuerwehr sowie die Umstrukturierung von Fernmeldewehr zur Brandschutzwehr sind nur ein Teil der Maßnahmen die Andreas Hesse in seiner 26 jährigen Ära mit umgesetzt hat. 

Auch fährt die Einsatzabteilung der FF Altona erstmalig über 100 Einsätze in einem Jahr.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Förderverein Freiwillige Feuerwehr Altona e.V.